Eine kollektive Lähmung Drucken E-Mail
Aktuelles - Herren
Mittwoch, den 25. Januar 2012 um 00:18 Uhr

HSG-Trainer Markus Depolt kann seine Truppe plötzlich nicht mehr erreichen und hat eine schlaflose Nacht. Spielleiter Walter Lenhard haut es nach der 19:28-Niederlage der Handballer in Bayreuth von den Socken. Die Mannschaft hat sich nun in der Bezirksoberliga in eine Drucksituation hineinmanövriert.

Stefan Flasche und Frank FischerDie HSG Fichtelgebirge hat ihren einzigen Joker verspielt. Nach der völlig überraschenden 19:27-Niederlage am Sonntag bei HaSpo Bayreuth II darf sich die Mannschaft im Titelkampf der Handball-Bezirksoberliga keinen Ausrutscher mehr erlauben, will sie den Aufstieg in die Landesliga nicht wieder verpassen. "Ich habe zu allererst an einen Übermittlungsfehler gedacht, weil es doch näher lag, dass wir mit acht Toren gewinnen als verlieren", erklärt Spielleiter Walter Lenhard, der der Partie beim Tabellensiebten allerdings selbst nicht beiwohnen konnte. "Dann aber hat es mich von den Socken gehauen. Ich hätte mit allem gerechnet, nur nicht, dass wir dort Punkte liegen lassen."

Für Trainer Markus Depolt hatte die Niederlage eine unruhige Nacht zur Folge: "Ich habe überhaupt nicht geschlafen, so hat mich dieses Spiel aufgewühlt.“ Besonders wurmt ihn, dass sich seine Mannschaft in der Schlussviertelstunde "aufgegeben" habe. "Da ist eine kollektive Lähmung eingetreten. In den Auszeiten waren die überhaupt nicht mehr zu erreichen." Die Verunsicherung sei bereits in der Anfangsphase eingetreten, als "drei glasklare Konter" nach "schlecht platzierten Würfen" leichtfertig vergeben wurden. Depolt will nicht verhehlen, dass "wir auch ein bisschen Pech an den Fingern" hatten. Dennoch habe "kein Spieler auf keiner Position auch nur annähernd Normalform erreicht". Dabei sei sein Team zehn Minuten nach der Pause mit dem 15:15 sogar noch auf Tuchfühlung gegangen.

Es folgten für den HSG-Trainer unfassbare neun Bayreuther Tore in Serie. "HaSpo hat sicher über seinen Verhältnissen gespielt, aber wir haben es denen mit katastrophalen Löchern in der Abwehr auch einfach gemacht. Dabei war dieser  Mannschaftsteil bislang unser Prunkstück." Zwischenzeitlich führten die Hausherren gar mit zehn Toren. Von den Außen, bislang Garant für die gute Platzierung, sei gar nichts gekommen. "Schade ist halt nur, dass der Rest der Mannschaft, insbesondere unser Rückraum, das nicht kompensiveren konnte."

Schon das Vorrundenspiel habe aufgezeigt, dass die HSG mit der offensiven 3-2-1-Deckung der Bayreuther so ihre  Schwierigkeiten hat und den Sieg erst spät einfahren konnte. "Trotzdem", sagt Lenhard, "geht jetzt die Welt nicht unter". Die Mannschaft habe sich allerdings in eine Drucksituation hineinmanövriert, die es nicht gebraucht  hätte. "Wir dürfen von nun an keinen Punkt mehr abgeben. Den direkten Vergleich gegen Coburg-Neuses am 10. März müssen wir so oder so gewinnen." Daran hat sich zumindest nichts geändert.

Quelle: Marktredwitzer Tagblatt vom 24.01.12, Sport aus der Region, Bericht und Foto: Peter Perzl

 
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