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Der Handball lebt – das Tennis schwächelt

Der VfL Wunsiedel holt seine Jahreshauptversammlung nach. Seine beiden Sportabteilungen entwickeln sich seit Jahren in sehr unterschiedliche Richtungen.

Coronabedingt hat der VfL Wunsiedel seine bereits fürs Frühjahr geplante Jahreshauptversammlung in den Herbst verschoben. Vorsitzender Hans Blüml begrüßte im Vereinsheim am Eisweiher dazu 14 von 243 Mitgliedern.

In seinem Bericht ging der Vorsitzende zuerst auf die Sparte Handball ein: "Der Handballsport lebt – und das recht erfolgreich." Bereits seit 18 Jahren existiert die Handballspielgemeinschaft HSG Fichtelgebirge zusammen mit dem TVO Marktredwitz, und das aufstrebend. Seit diesem Jahr ist auch die SG Marktleuthen/Niederlamitz unter dieses Dach geschlüpft. Daher heißt die HSG jetzt exakt: HSG  2020 Fichtelgebirge.

Seit über sechs Jahren spielt das Damenteam mittlerweile in der Bayernliga. Es schloss die wegen Corona verkürzte Saison mit dem zwölften Tabellenplatz ab. Für die kommende Saison haben sich die Damen mit sechs Spielerinnen aus der Region und aus Tschechien verstärkt, um die Liga weiterhin zu halten. Die Herrenmannschaft ist denkbar knapp an ihrem großen Traum Bayernliga vorbeigeschrammt, sie waren mit dem Direktaufsteiger TSV Roßtal punktgleich, nur im Torverhältnis schwächer. Jetzt will das Team erneut einen Anlauf unternehmen. Das aktive Strategie-Team hat das Team personell verstärkt. Finanziell ist die Mannschaft gerüstet, dafür sorgen die Sponsoren und die treuenZuschauer. Zum Spiel gegen Cham im Januar kamen sage und schreibe 600 ,imDurchschnitt 380 Zuschauer. Nachwuchs im Handball  ist da, im Jugendbereich der HSG gibt es neun Mannschaften. Das lässt fürdie Zukunft hoffen!

Den Bericht über dieTennissparte überschrieb Hans Blüm lweniger optimistisch: "Bedauerliche Entwicklung –deutschlandweit!" Tennis ist längst keine exklusive Sportart mehr wie in den sechziger und siebziger Jahren. Und es hat bei Weitem nicht mehr die Zugkraft wie beim Becker-Graf-Boom in den achtziger Jahren. Das ist auch beim VfL deutlich zu spüren: Die Mitgliederzahl der Abteilung sinkt, der Nachwuchs bleibt aus, von den insgesamt fünf Freiplätzen wurden nur drei fürs Spielen hergerichtet.

"Da muss sich etwas ändern", war dem Vorstand klar. So setzte er ein Kostensenkungsprogramm für die Halle um und rief zu Spenden auf. Mit einem schicken Prospekt wirbt der Verein derzeit um Buchungen in der Halle. Und kürzlich führte der zweite Vorsitzende JohannesWippenbeck das Internetbuchungssystem über die Website www.hsg-fichtelgebirge.de/tennis ein. Aber Wippenbeck weiß: "Damit ist langfristig das Überleben noch nicht gesichert!" Deshalb trägt er seit einiger Zeit eine besondere Idee mit sich herum. Noch ist es nicht an derZeit, damit in die Öffentlichkeit zu gehen, die Idee muss noch etwas reifen.  Aber wenn sie umgesetzt werden kann, ist das wohl ein großer Schritt in dieZukunft. Das Ziel lautet: "Wir wollen eine Überlebenschance für denTennissport in Wunsiedel!"

"Die Corona-Beschränkungen bestimmen auch weiterhin die künftigen Ligaspiele beim Handball und Tennis, wie den Berichten von MaxBerger und Gitta Pasurka zu entneh-men war. Beim Handball soll es nach dereitigem Stand am 3. Oktober mit den Spielen weitergehen, die Besucherzahl sei auf maximal 200 beschränkt. Das dafür geltende Hygienekonzept sei mit der Stadt abzustimmen. ImTennis werde dieBayernliga der Damen künftig in eine  Nord-und eine Süd-Liga geteilt. Die jeweiligen Meister werden in einer Play-Off-Runde der vier besten Teams ermittelt.

Kassierer Dr. Markus Hollering erstattete den Kassenbericht für die Hauptkasse und die Handballabteilung. Die Kassen bezeichnete der Kassier als ganz beziehungsweise fast ausgeglichen. Auch die Planung für das Haushaltsjahr 2020 geht von zufriedenstellenden  Ergebnissen  aus. So plant Hollering die Einnahmen und  Ausgaben für den Hauptverein ausgeglichen ein. Für den Handball geht er sogar von einem leichten Plus aus, dafür spreche das anhaltend gute Sponsoring.

Den Bericht für dieTenniskasse gab Dietmar Schiener.  Das Berichtsjahr 2019 verzeichnete aufgrund  des Spendenaufrufs erstaunlich hohe Einnahmen, diese seien aber nicht nachhaltig. Trotzdem sei der erwirtschaftete Überschuss sehr positiv zu sehen. Für 2020 sei ein leichtes Minus zu erwarten. Knackpunkt  dabei sei die Entwicklung der Einnahmen aus der Hallenvermietung.

Stefan Wabel berichtete über die Kassenprüfung. Alle Belege würden ordentlich geführt.

Hans Blüml bedankte sich bei allen, die Verantwortung im Verein tragen, insbesondere bei seinem Stellvertreter Johannes Wippenbeck. Dank ihm funktioniere das Zusammenspiel zwischen Handballern und Tennisspielern seit Längerem gut. Der Vorsitzende sprach seinen Dank auch den Aktiven und Eltern, den Trainern und Betreuern, den Spendern und Sponsoren aus: "Ohne sie alle ginge es nicht!" Und schließlich an alle Mitglieder gerichtet, sagte er: "Jeder, der Mitglied ist, unterstützt unseren Verein!"

Übrigens: "Heute ist schlechtes Wetter" ist in Wunsiedel keine passende Ausrede, um aufs Tennisspielen zu verzichten. Denn außer den drei Plätzen im Freien gibt es noch zwei Plätze in der Tennishalle. Zudem ist die Buchung seit Kurzem problemlos digital möglich. Also, was hindert daran, mal wieder das Racket zu schwingen?

Quelle: Frankenpost Ausgabe Fichtelgebirge vom 24.09.2020, Fichtelgebirge, Bericht: Peter Pirner 

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