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Damen: HSG angelt sich eine Leitfigur

Die Handballerinnen aus dem Fichtelgebirge machen Nägel mit Köpfen. Mit Tereza Hannweber verpflichtet der Bayernligist eine frühere Zweitligaspielerin.

Jetzt ist es also amtlich: MitTereza Hannweber läuft künftig eine ehemalige Zweitligaspielerin für den Handball-Bayernligisten HSG Fichtelgebirge auf, die der Mannschaft doch einen richtigen Schub verleihen kann. Die Spielberechtigung liegt seit dieser Woche vor.

20 06 04 TerezaFPFür die 29-Jährige interessierte sich der Verein nach einem Probetraining bereits vor einem Jahr, doch besaß nach diesem ersten Kontakt für die gelernte Masseurin zunächst noch die Familienplanung Priorität. "Jetzt, da meine Tochter auf der Welt ist, bin ich bereit, die Herausforderung anzugehen", erklärt Hannweber entschlossen, die mit ihrem Partner in Feilitzsch wohnt, aber auch noch eine Wohnung in Eger besitzt.

Als Linkshänderin wird sie bevorzugt die Position im halbrechten Rückraum übernehmen, wo Trainer Gerald Wölfel in der Vergangenheit doch einige Defizite sah. Bei Bedarf kann die zuletzt für den Zweitligisten Slavoj Tachov spielende Handballerin, die als Hobbys Wandern, Lesen und Escape Room spielen angibt, auch auf Rechtsaußen wechseln. "Sie wird für uns Gold wert sein", legt sich der HSG-Damentrainer schon mal fest, dass der angekündigte "Knaller“ auch als solcher einschlagen wird. Auch wenn er die junge Dame bislang nur im Training und noch nicht im Wettkampf beobachten konnte, spricht er von einer "echten Verstärkung“. "Sie kann viel Verantwortung auf dem Feld übernehmen, zudem sind wir mit ihr deutlich flexibler aufgestellt."

 Typen oder Leitfiguren wie sie sind im recht jungen HSG-Team dünn gesät. Jüngst gerade lechzte das Team in heiklen Situationen geradezu nach Führungspersönlichkeiten, wie sie früher eine Anna Wölfel oder Vera Hermankova verkörperten. Denn mit dem Abstieg will der Verein in Zukunft nichts mehr zu tun haben und in der ersten Tabellenhälfte mitmischen.

Vor Kurzem gab der sportliche Leiter Ulli Weber einen "einstelligen Tabellenplatz" als Marschziel vor, der angesichts der Neuerwerbungen nun realistischer erscheint. Mit dem bestehenden Kader und den vor zwei Wochen vorgestellten drei 19-Jährigen Talenten von der HSV Hochfranken ist der Kader auf 14 Aktive plus zwei Torhüterinnen angewachsen. Das gibt dem Trainer reichlich Möglichkeiten, auf jegliche Spielsituation zu reagieren.

Außerdem, so Gerald Wölfel, ließen sich künftig auch leichter Fahrgemeinschaften mit Tereza Hannweber, der Regnitzlosauerin Leonie Knoll und der Wurlitzerin Svenja Höra bilden, in die auch er sich selbst als Selber mit einklinken könnte. Alles in allem also eine Win-Win-Situation für alle.

Quelle: Frankenpost Ausgabe Fichtelgebirge vom 04.06.2020, Sport, Bericht: Peter Perzl, Foto: Verein

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