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Den Sieg vor Augen

Die Handballdamen der HSG Fichtelgebirge liefern dem Vierten TS Herzogenaurach ein klasse Spiel und geraten nicht einmal in Rückstand. Sie können aber Fünf-Tore-Führungen nicht verwalten. Der Abstand zu den Abstiegsplätzen ist auf nunmehr fünf Punkte angewachsen.

HSG Fichtelgebirge - TS Herzogenaurach 28:28

Die Handballdamen der HSG Fichtelgebirge halten in der Bayernliga weiter gebührenden Abstand von der Abstiegszone. Mit einem 28:28 (15:13)-Unentschieden gegen die TS Herzogenaurach machte die Mannschaft in einer sehenswerten Partie sogar noch einen Zähler gut auf Erlangen und Sulzbach, die im Tabellenkeller leer ausgingen. Gegen den Tabellenvierten war für die HSG sogar ein Sieg möglich, lag sie doch zwischenzeitlich mit fünf Toren in Führung und war in den 60 Minuten nicht einmal in Rückstand geraten.

HSG Fichtelgebirge: Faltenbacher, Remzova - U. Zeitler (4), Späthling, Wölfel (1), T. Lenhard (6), Kraus (3), Mages, Hermankova (5), J. Lenhard (7/4), Patkova (2), F. Zeitler, K. Lenhard, J. Schiller
TS Herzogenaurach: Maritz, Beer (4), Orend, Köbberling (7), Müller (4/1), Reis, Leschke (1), Lehnerer (1), Scharf, Wölfel (2), Kräck (1), Berner (3), Simmerlein, Rösch (5/4)
Schiedsrichter: Arheid (Hammelburg)/Liebsch (Fuchsstadt)
Zuschauer: 150
Strafzeiten: HSG 3, TS 5
Siebenmeter-Bilanz: HSG 4/5, TS 5/7

Anna Wölfel Ärgern mochte sich HSG-Trainer Dieter Schmidt über den vergebenen Sieg nicht. Die Freude über ein "starkes Spiel" überwog, in dem er den Herzogenaurachern "cleveres Verhalten" attestierte. Der Angstgegner verbreitete in Marktredwitz allerdings weder Furcht noch Schrecken. Sicher in der Abwehr und hart an der Frau sowie erstaunlich selbstbewusst im Angriff begegnete die HSG den favorisierten Gästen und die schienen sichtlich überrascht.

Temporeiches Spiel

Von einem angesichts der Niederlage in Dachau verunsicherten Fichtelgebirgsteam war in der temporeichen und interessanten Partie wenig auszumachen. Sieht man von einigen viel versprechenden Angriffen nach der Pause ab, die aus Überschwang und im Übereifer keinen Adressaten fanden. Mit 9:4 und 10:5 lag die HSG in Halbzeit eins in Führung. Der Vorsprung aber schmolz (13:12/14:13) binnen weniger Minuten. Ratzfatz waren die Gäste wieder dran. Und auch in Halbzeit zwei schaffte es die HSG nicht, einen komfortablen 19:15- und später einen 25:20-Vorsprung (45.) zu verwalten. Stattdessen ging die Truppe von Dieter Schmidt völlig unnötiges Risiko, hielt das Tempo, statt es gelegentlich zu verschleppen, ständig hoch, und ließ sich dadurch oft zu voreiligen Abschlüssen verleiten.

Nur gut, dass Torhüterin Heike Faltenbacher einen Schokoladentag erwischt hatte und ihre Mannschaft in den heiklen Phasen mit tollen Paraden im Spiel hielt. Auf der Gästebank raufte man sich die Haare. Mehr als den 19:19-Ausgleich war den Herzogenaurachern nicht vergönnt, obwohl Chancen zur Führung vorhanden waren. Eines aber beherrschte der Gast vorzüglich: das Konterspiel, mit dem er die HSG einige Male überrumpelte. Die aber schlug innerhalb 70 Sekunden in Person von Stepanka Petkova, die in letzter Minute doch auflaufen konnte, der bärenstarken und mit sechs Feldtoren glänzend aufgelegten Tanja Lenhard sowie einem Treffer der sicheren Siebenmeterschützin Jessica Lenhard auf 22:19 zurück.

Wechselbäder für die Fans

Die Zuschauer tauchten von einem Wechselbad ins nächste. Die HSG übertrieb diesmal nicht, wie noch vor der Jahreswende, das Einzelspiel, agierte sehr mannschaftsdienlich und wartete so mit einigen Überraschungen auf. Doch gegen diese Herzogenauracher, die in Birte Köbberling ihre überragende Werferin hatten, durfte sich die HSG zu keiner Sekunde in Sicherheit wiegen. Richtig eng wurde es in den letzten beiden Minuten, als Jessica Lenhard ihren einzigen von fünf Siebenmeter an den Pfosten setzte und so das 29:27 vergab. Anschließend glich jene Köbberling zum 28:28 aus.

Ein katastrophaler Fehlpass ins Seiten-Aus von Anna Wölfel, die mit nur einem Torerfolg unter ihren Möglichkeiten blieb, allerdings auch oft hart genommen wurde, raubte der HSG letztendlich die Chance, vielleicht noch den Siegtreffer zu setzen. Trotzdem wollte Schmidt nicht meckern angesichts des ersten Punktgewinns gegen diese Herzogenauracher unter seiner Führung. "Wir hätten halt ein bisschen cleverer mit unseren Führungen umgehen müssen. Daraus werden wir unsere Lehren ziehen."

Quelle: Marktredwitzer Tagblatt vom 24.01.11, Sport aus der Region, Bericht und Foto: Peter Perzl - Mehr Bilder von dieser Partie unter www.frankenpost.de 

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