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Herren I: HSG Fichtelgebirge - HC Sulzbach-Rosenberg 32:28

In einem auf hohem Landesliganiveau stehenden Herrenhandballspiel bezwang die HSG Fichtelgebirge den Spitzenreiter der Landesliga Nord HC Sulzbach-Rosenberg verdient und verteidigte den fünften Tabellenplatz.

HSG Fichtelgebirge: Broṧko, Gruber – St. Tröger, Burger, Bralic, Birner, Schöffel, Flasche, Wippenbeck, Rieß, Kovář, Hartmann, Denzner
Zuschauer: 350
Schiedsrichter: Grimm/Pfaffenhuber (Cadolzburg/Rothenburg)
Strafzeiten: HSG 2, HC 6

Beide Teams gingen mit einer Niederlage in diese Partie. Der Gastgeber zog zuletzt in Erlangen-Bruck, aufgrund einer verschlafener ersten Halbzeit, den Kürzeren und die Oberpfälzer kassierten gegen den Zweiten TSV Winkelhaid eine bittere 26:27‑Heimniederlage. Es kochte somit bei den Sulzbachern, die sich eine zweite Niederlage bei den heimstarken Fichtelgebirglern nicht leisten wollten, heißt doch das gesteckte Saisonziel Aufstieg Bayernliga. Aber auch der Liganeuling aus dem Fichtelgebirge will sich schon frühzeitig den Klassenerhalt sichern, um zum Saisonende nicht unnötig unter Druck zu geraten. Diese Vorzeichen waren die beste Voraussetzung für ein Herrenhandballspiel, das so manchem Fan lange in Erinnerung bleiben wird.

Mit einer Ballspende von Oliver Weigel, der früher selbst für den TVO die Handallschuhe schnürte, wurde der Grundstein  für ein tolles Handballspiel gelegt.

Die HSG-Akteure brannten vor Einsatzwillen und legten durch Tore eines wieder einmal überragenden Konstantin Burger mit 3:1 vor. Die Sulzbacher, die auf sechs Spieler ihres siebzehn Mann großen Kaders aus verschiedenen Gründen verzichten mussten, staunten nicht schlecht, mit welcher Selbstsicherheit und Kombinationsfreudigkeit die HSG ihnen die Stirn bot. Gästecoach Chris Rohrbach vertraute auf seine Stammsieben, die für einen Sieg sorgen sollte. In der 19. Minute konnte der treffsichere Linksaußen Stefan Ströhl erstmals Sulzbach mit 7:6 in Führung bringen. Der HC stellte, ohne Frage, die stärkeren Einzelspieler, aber als Mannschaft trat der Spitzenreiter an diesem Tag nicht auf. Anders die HSG, die sofort konterte und mit Thomas Birner, Julian Rieß und Johannes Wippenbeck, den Rückstand in ein 9:7 umwandelte. Es wurde laut auf der Gästebank, wo ein unzufriedener Trainer Rohrbach an der Außenlinie auf und ab ging. Beim Stande von 11:9 hatte die HSG erstmals die Chance mit drei Toren in Front zu gehen, aber ein schlecht getimtes Zuspiel von Martin Kovář brachte den Gästen nicht nur den 10:11‑Anschlusstreffer sondern etwas Wind in die Segel und eine 12:11-Führung kurz vor der Pause. Dies sollte aber die letzte Führung der Gäste in diesem Spiel bleiben, die, wie konnte es anders sein, Konstatin Burger mit seinem fünften Treffer ausglich und somit für den 12:12-Halbzeitstand sorgte.

Nach dem Seitenwechsel erfolgte ein offener Schlagabtausch. Dem Ausgleich der Sulzbacher folgte stets der Führungstreffer der HSG. Wichtig auf Seiten der HSG war, dass der Angriff die Gästeabwehr nie zur Ruhe kommen ließ und den Druck hochhielt. Beim Stande von 21:20 in der 42. Minute hatte man das Gefühl, dass die Kräfte der Oberpfälzer schwinden, die bis dahin, vor allem über ihre Außenspieler Stefan Ströhl und Marco Forster und aus der Rückraumposition mit Pavel Krizek, der HSG stets nur einen Führungstreffer gestatteten. Als Thomas Birner mit seinen beiden Treffern die HSG mit 21:19 in Front brachte, begann das Sterben des Spitzenreiters, der zwar nochmals zum 22:22 ausgleichen konnte, aber im Anschluss von der HSG in Grund und Boden gekämpft wurde. Daniel Bralic und ein glänzender Stefan Flasche rückten das Ergebnis wieder zurecht und ließen in der 49. Minute ein 24:22 an der Anzeigetafel aufblitzen. Sulzbach hatte sein Pulver verschossen, nicht aber ein torhungriger Nikolai Schöffel, der in der Schlussphase mit seinen variantenreichen Würfen die HC-Abwehr foppte, dem Gästekeeper nicht den Hauch einer Abwehrchance gab und den Vorsprung bis zur 56. Minute auf 28:22 erhöhte. Ab diesem Zeitpunkt stand fest, dass eine willensstarke HSG Fichtelgebirge den Spitzenreiter aus Sulzbach verdient in die Knie gezwungen hatte.

Nach dem Abpfiff wurde bekannt, dass der Coach des HC Sulzbach-Rosenberg, Chris Rohrbach, sein Traineramt mit sofortiger Wirkung niederlegte. Wie aus Sulzbach zu erfahren war, wird Pavel Krizek als Spielertrainer eingesetzt.

Bericht: Walter Lenhard

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