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Herren: Das ganz besondere Duell

Die HSG Fichtelgebirge erwartet im Landesliga-Nachbarderby am Samstag den TV Helmbrechts. Für Trainer Dieter Schmidt ein Spiel, das von anderer Qualität geprägt sein wird als in der Vorrunde. Zwei Wochen harte Vorbereitung liegen hinterseinen Handballern.

Stefan Tröger

Dieter Schmidt mag keine Zufälle. Ausreden lässt er schon gar nicht gelten, reagiert darauf mitunter allergisch. Das wissen seine Spieler nur zu gut. Der Trainingsbesuch ist entsprechend hoch. Wer kneift, hat schlechte Karten. „Fast komplett“ meldete denn der Trainer der HSG Fichtelgebirge auch von Weihnachten bis zum Dreikönigstag. „Das habe ich noch nie erlebt.“ Einzige Ausnahmen: Stefan Tröger, der beim Mannschaftsausflug auf die Kösseine kurz vor Heiligabend stürzte und sich am Arm verletzte, sowie der seit Anfang Januar grippekranke Stefan Flasche. Sechs Einheiten und ein knapp verlorener Test gegen den Bayernligisten HaSpo Bayreuth (25:27) standen in den beiden Wochen auf dem Stundenplan. Selbst an Silvester warteten am Vormittag, sozusagen als Einstimmung auf den Jahreswechsel, noch eineinhalb Stunden Spinning im Fitnesscenter.

Mit großer Akribie trimmt Schmidt seine Handballer hin auf den Rückrundenbeginn an diesem Samstag in der Landesliga. Dass mit dem TV Helmbrechts (11:13 Punkte) gleich der Erzrivale in Marktredwitz aufkreuzt, interessiert ihn nur am Rande. „Wir sind nicht speziell fixiert auf diesen Gegner, das ist auch nur ein Spiel“, sagt der HSG-Coach. Die hohe Intensität der Vorbereitung gelte allen zwölf Rückrunden-Partien. Obwohl die HSG‑Ampeln auf grün stehen und das Team ein positives Punktekonto (13:11) aufweist, tut Schmidt alles, um erste Anzeichen eines Schlendrians sofort zu unterbinden und die Motivation hochzuhalten.

Dass die verfrüht totgesagten Helmbrechtser sich mit einer Serie von vier siegreichen Spielen in Folge auf im Moment sicheren Terrain bewegen, scheint ihn ebenfalls kalt zu lassen. Freilich zollt der HSG-Coach dem Gegner „meinen höchsten Respekt“ für die Leistung. Aber nicht mehr und nicht weniger. „Wir schauen nur auf uns“, sagt Schmidt. Die Abstiegs-Situation könnte sich angesichts zahlreicher gefährdeter Nord-Vertreter in der Bayernliga noch verschärfen. Auch dem sieht er gelassen entgegen. „Sicher darf man sich nie sein“, sagt Schmidt, „aber wir fühlen uns stark genug, um nicht nach hinten schauen zu müssen.“ Der Zustand der Mannschaft erlaube ihm diese selbstbewusste Aussage. Sein Team habe auswärts sogar einen Punkt mehr geholt als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres, nämlich sieben. Was die Helmbrechtser angeht, hat sie Dieter Schmidt in der ersten Saison-Hälfte öfter gesehen, als ihm eigentlich lieb war. Das Interesse bei seinen Besuchen im Frankenwald galt in der Regel den Gegnern, die eine Woche später der HSG gegenüberstanden. „Ich kenne Helmbrechts inzwischen aus dem Effeff, jetzt muss nur noch meine Mannschaft dieses Wissen verinnerlichen.“

Die solle sich vor allem von dem Gedanken verabschieden, auf einen wie in der Vorrunde chancenlosen TV Helmbrechts zu treffen. „Die spielen jetzt viel strukturierter, haben sich gefunden und lassen sich auch von Rückständen nicht aus der Ruhe bringen“, erklärt der 59-jährige Coach. Doch auch seine HSG, die beim 33:30-Hinrundenerfolg in ihrer Euphorie einen Kantersieg liegen ließ, habe dazugelernt. Der Tempo-Gegenstoß klappe erheblich besser und auch defensiv stehe sein Team viel stabiler, was sich auch schon in den letzten beiden Saisonpartien andeutete. „Abwehrarbeit heißt eben viel Beinarbeit“, sagt Schmidt, der beim Test gegen HaSpo Bayreuth „deutliche Fortschritte“ ausmachte. Davon sollen sich die Zuschauer am Samstag um 16.30 Uhr selbst ein Bild machen. Mit rund 500 rechnet der HSG-Trainer, plus etliche, die ihr Team aus der Frankenwald-Region begleiten wollen. Und das, obwohl die Tabellensituation (6. gegen 9.) nicht unbedingt für Dramatik sorgt.

Quelle: Marktredwitzer Tagblatt, Fichtelgebirgs-Sport vom 08.01.13, Bericht + Foto: Peter Perzl

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