Herren: Wie das Kaninchen vor der Schlange

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Post SV Nürnberg – HSG Fichtelgebirge 34:29 (18:11)

Die HSG-Sieben wird bei aufopferungsvoll um den Klassenerhalt kämpfenden Nürnbergern zeitweise vorgeführt. Johannes Wippenbecks kurzfristiger Ausfall kann als alleiniger Erklärungsgrund sicherlich nicht herangezogen werden. Am Ende besteht die Mannschaft immerhin die Charakterprobe.

HSG Fichtelgebirge: Broško, Gruber - Fischer, St. Tröger, Burger (4), Bralic (2), Berger, Schöffel (6/2), Flasche (5), M. Tröger (1), Hartmann (8/1), Birner (3)
Zeitstrafen: Post SV Nürnberg 3 – HSG 4
Zuschauer: 150

Ohne den erkrankten Top-Torjäger Wippenbeck, dafür aber mit dem festen Willen, endlich den ersten Punktgewinn der Rückrunde in fremder Halle zu landen, reiste man am so ungeliebten Freitag in die Frankenmetropole. Dass die Aufgabe keine leichte werden würde, war man sich bereits im Vorfeld bewusst, da die Hausherren mit dem Rücken zur Wand stehen und jeden Punkt im Kampf um den Klassenerhalt benötigen.

Entsprechend euphorisiert und entschlossen begannen die Nürnberger auch die Partie und gingen schnell mit 3:1 in Führung. Nach dem 6:2 schien sich das Spiel der HSG zu stabilisieren und es wurde auf 6:5 verkürzt. Allerdings präsentierte sich der Defensivverbund an diesem Tag einfach in zu vielen Situationen wie ein „Hühnerhaufen“ (Stefan Tröger). 18 Gegentore zur Halbzeit sprechen hierbei eine deutliche Sprache. Auch die Keeper Broško und Gruber vermochten es nicht, ihren Farben entscheidende Impulse zu verleihen. Die Posterer hingegen agierten wie im Rausch und bauten ihre Führung über 10:6 (15.) und 14:8 (23.) auf 18:11 (Halbzeit) aus. Elf geworfene Tore sprechen auch nicht gerade für eine überzeugende Offensivleistung. Die kompakte, aber recht defensive 6:0 Abwehr der Gastgeber hätte vornehmlich über Würfe aus der zweiten Reihe geknackt werden müssen – eine Aufgabe, für die ein Johannes Wippenbeck prädestiniert gewesen wäre. Allerdings verfügen auch die Trögers, Hartmann und Schöffel im Normalfall über durchaus ansehnliche Fackeln. Diese fanden allerdings an diesem Freitag nur sehr selten den Weg ins Ziel und entsprechend hingen auch die Kreisläufer zumeist in der Luft.

Stinksauer zeigte sich Trainer Dieter Schmidt während der Halbzeitansprache und appellierte vornehmlich an die Ehre seiner Männer.

Doch auch zu Beginn des zweiten Durchgangs stellte sich zunächst keine Besserung ein. Zu keiner Zeit bekam die HSG den starken Michael Gaca in den Griff, der es am Ende auf sieben blitzsaubere Rückraumtreffer bringen sollte. Die HSG wurde in dieser Phase teilweise vorgeführt und sah sich in der 40. Minute mit einem Elf-Tore-Rückstand konfrontiert. Nun sollte endlich ein Ruck durch die Mannschaft gehen. Gruber griff den ein oder anderen freien Ball ab und in der Offensive nahm sich Hartmann des Öfteren erfolgreich ein Herz. Beim 30:25 in der 55. Minute drohte der Post SV sogar noch einmal zu wackeln.

Das Endergebnis von 34:29 ist allerdings für dieses Spiel wohl leistungsgerecht. Immerhin zeigte die Mannschaft durch das Aufholen von sechs Toren am Schluss noch Charakter.

Einmal mehr gilt es für die HSG-Herren, im nächsten Heimspiel gegen den ASV Cham Wiedergutmachung für eine schlechte Auswärtsvorstellung zu leisten. Eine gewisse Diskrepanz zwischen den Auftritten in eigener Halle, in welcher auch hohe Rückstände bisweilen mit stoischer Ruhe und großem Selbstvertrauen aufgeholt werden, und den nervösen Auswärtsauftritten ist momentan leider nicht von der Hand zu weisen.

Bericht: FF

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