Herren I: Schnell in sichere Gefilde

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Die HSG Fichtelgebirge erwartet am Samstag zum Handball-Landesliga-Auftakt den TV Roßtal. Der neue Trainer hat Probleme. Der Einsatz von fünf Spielern steht auf der Kippe.

Noch wenige Tage, dann wird es ernst für die Handballer der HSG Fichtelgebirge unter ihrem neuen Trainer Ingo-Ludwig Hammer. Nach intensiver Vorbereitung gilt es, den fünften Platz aus der Vorsaison zu bestätigen. An diesem Samstag, Anwurf 16.30 Uhr, erwarten die Herren in der Landesliga Nord zum Auftakt den Vorjahresneunten TV Roßtal.

Herr Hammer, was trauen Sie Ihrer HSG denn in dieser Saison zu?
Wir wollen uns relativ schnell in sicheren Gefilden bewegen. Wichtig ist, dass wir mit dem Abstieg nichts zu tun haben. Dann können wir sehen, was noch nach oben geht. Dort allerdings wird die Luft dünn. In der Liga herrscht reger Umtrieb. Die Konkurrenz, wie die SG Regensburg und die HSG Lauf/Heroldsberg, hat sich erheblich verstärkt. Nicht auf der Rechnung haben viele die TG Heidingsfeld, die sich sinnigerweise "Bullen" nennt und drei Regionalligaspieler vom HC Bad Neustadt und ASV Auerbach geangelt hat.

Können Sie zumindest weitgehend verletzungsfrei und damit komplett starten?
Leider nein. Nach einer recht guten Vorbereitung hat es uns ausgerechnet am Pokal-Wochenende in Roßtal böse erwischt, als wir nacheinander gegen Auerbach und Erlangen-Bruck ran mussten. Nach der harten Vorbereitung war das wohl ein bisschen zuviel. Da hat es uns richtig ins Kontor gehauen. Johannes Wippenbeck mit einer Knöchelverletzung, Thomas Birner mit Bänderanriss, Konstantin Burger mit einem lädierten Finger und Erik Hammer mit Rückenverletzung können seitdem gar nicht oder nur eingeschränkt trainieren. Dazu kommt, dass Markus Tröger studienbedingt zwei Wochen nicht zur Verfügung steht.

Das klingt nicht gut.
Es geht in erster Linie auf Kosten der Feinabstimmung. Zumindest habe ich die Hoffnung, dass wir mit Hilfe unserer Physiotherapeuten Wippenbeck, Burger und Birner hinkriegen. Wegen der Verletzungen musste ich in den letzten Tagen das Pensum erheblich reduzieren. Mein Sohn Erik und Tröger werden aber definitiv nicht spielen können.

Auch als Trainer betreten Sie Neuland. Das Spieljahr wird auch zur Bewährungsprobe für Ingo-Ludwig Hammer?
Ganz klar. Ich habe die Position mit Respekt angetreten. Auf einer Landesliga-Mannschaft liegt ein ganz anderer Fokus als auf den Teams, die ich bisher in der Bezirksoberliga oder im Jugendbereich trainiert habe. Die Gegner sind neu, das Spiel schneller und niveauvoller.

Wo mussten Sie sich umstellen?
Die Mannschaft besteht aus gestandenen Landesliga-Spielern. Das ist anders als im Jugendbereich, wo die Aktiven noch in der Entwicklung stehen. Mit einem 38 Jährigen, wie unserem Miro Broško, muss ich nicht noch an Torhüter-Techniken feilen. Da würde der Schuss eher nach hinten losgehen. Es geht jetzt vorrangig darum, Konzepte zu erarbeiten und Trainingsinhalte umzusetzen. Dafür musste ich die individuelle Förderung zurücknehmen.

Wie sieht Ihre Trainingsphilosophie aus?
Ich favorisiere das Tempospiel, möchte also, dass es schnell nach vorne geht und wir einfache Tore machen. Ein Spiel gewinnt man am leichtesten in der Abwehr. Tore, die ich hinten verhindere, muss ich nicht werfen.

Das klingt schlüssig. Wenn das alles so klappt, dann müsste doch eine Mannschaft wie Roßtal zu Hause wegzuputzen sein? Also ein Gegner gerade richtig zum Einspielen?
Also, gleich mal vorweg: In glaube nicht, dass es in dieser Spielklasse Gegner zum Einspielen gibt. Ich habe die Roßtaler beim Turnier in der zweiten Halbzeit gegen Erlangen-Bruck gesehen. Aber da stand bestimmt nicht deren komplette erste Mannschaft auf dem Feld. Für mich war das ein Muster ohne Wert. Nichtsdestotrotz: Alles andere als ein Sieg zum Auftakt wäre für mich eine Enttäuschung. Zwei Punkte sind fest eingeplant.

Die Zuschauer werden neugierig sein. Mit wie vielen rechnen Sie zum ersten Spieltag?
Da fehlt mir die Erfahrung. Ich weiß die früheren Zahlen nur aus der Zeitung. Aber ich wünsche mir ein möglichst volles Haus. Je mehr Zuschauer, desto besser die Stimmung und umso mehr Spaß macht das Handballspiel.

Die HSG Fichtelgebirge mit (Reihe hinten, von links) Stefan Flasche, Dominik Hartmann, Markus Tröger, Johannes Wippenbeck, Stefan Tröger, Adam Strýc und Trainer Ingo-Ludwig Hammer, sowie (vorne, von links) Konstantin Burger, Maximilian Berger, Thomas Birner, Christopher Gruber, Miroslav Broško, Erik-Ludwig Hammer, Daniel Bralic und Matthias Habedank. Foto: Michaela Hartmann

Der Trainer
Der neue HSG-Trainer Ingo-Ludwig Hammer ist kaufmännischer Angestellter bei der Firma Netzsch in Selb. In den vergangenen beiden Jahren trainierte der 48-Jährige die SG Marktleuthen-Niederlamitz, davor vier Jahre lang den Nachwuchs des Jugend-Bayernligisten TS Selb. Seit 2002 wohnt er im Fichtelgebirge, ist in Speyer am Rhein geboren. Als Aktiver spielte er für den ASV Marktleuthen, die HSV Hochfranken, TS Schwarzenbach, den TV Schönwald und TSV Speyer.

 

Quelle: Marktredwitzer Tagblatt vom 14.09.16, Sport aus der Region, das Interview mit Trainer Ingo-Ludwig Hammer von der HSG Fichtelgebirge führte Peter Perzl. Foto: M. Hartmann

 

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