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Herren I: HSG-Abwehr lässt den Absteigerverzweifeln

HSG Fichtelgebirge– TSV Rothenburg 25:19

Die Fichtelgebirgs-Handballer zwingen aggressiv und mit viel Tempo den TSV Rothenburg in die Knie. Gästetrainer Becker lobt, Kollege Haber grämt etwas.

HSG Fichtelgebirge: Broško , Gruber - Petričević, Burger (8), Bralic, Wippenbeck (4), Fronk  (3), M. Tröger (3), Mocker (3/3), Danielka (3), Birner(1), Englbrecht, Berger
Schiedsrichter: Brucker (Weiden), Fembacher (Kelheim)
Zuschauer: 350
Zeitstrafen: HSG 1, TSV 2
Siebenmeter: HSG 3/3, TSV 4/5
Spielfilm: 3:1, 3:3, 4:5, 7:6, 9:7, 10:9, 12:9, 12:10 (Halbzeit), 14:10, 14:12,15:14, 18:14, 18:16, 19:17, 22:17, 25:18, 25:19

Das erwartet erbitterte Duell zweier Landesliga-Titelanwärter erfüllte vor abermals stolzer Kulisse die Erwartungen – zumindest aus heimischer Sicht. Der Schlüssel zum Erfolg: eine famose, wenn nicht die stärkste Defensivleistung einer HSG seit Jahren mit nur 19 Gegentoren gegen eine der besten Angriffsreihen der Handball-Landesliga Nord. "Die Abwehr war super, da gibt es rein gar nichts zu kritisieren", war denn auch Vladimir Haber voll des Lobes. Am Vortag hatte er mit dem Team eigens eine Extra-Einheit eingelegt mit dem exakten Fokus auf den prominenten Gegner.

Markus und Frodo"Wir wussten so ungefähr,was die spielen", strahlte der HSG-Trainer. Die Freude war dem 70-Jährigen aus dem Gesicht zu lesen. Dass sich der Gegner "26 oder 27 technische Fehler“ leistete – eine Quote, die Trainer Bernd Becker als entschieden zu hoch bewertete – dürfen sich die Fichtelgebirgler als Verdienst ans Revers heften. Diese "Aggressivität" wünscht sich Haber auch künftig. "Die Jungs haben gesehen, dass es funktioniert."

Dem HSG-Coach sind indes einige Abspielfehler nicht verborgen geblieben, die er in erster Linie dem Übereifer zuschreibt. Nach beiderseitigem nervösen Beginn ließen beide Teams ihre Klasse aufblitzen. Die Rothenburger, weil sie jede Unkonzentriertheit blitzschnell per Konter bestraften und die HSG mit ihren unlesbaren und kaum zu verhindernden Anspielen. Mit Ausnahme von Minute 13 bis 16 (4:5 und 5:6), lagen die Hausherren stets eine Nasenlänge vorn.

Trotzdem war weiter Geduld gefragt, um nicht ins offene Messer zu laufen. Die Verlockung war oft groß. Unwiderstehlich das Solo des abermals überzeugenden Johannes Wippenbeck zum 5:5 oder der Konter von Konstantin Burger, als er den Ball am eigenen Kreis eroberte und übers gesamte Feld zum 11:9 durchstartete. Da katapultierte es einige Zuschauer aus den Sitzen. Der 30-Jährige, der 60 Minuten durchspielte und am Ende auf eine  überragende Quote von acht Treffern kam, erhöhte dann sogar erstmals auf drei Tore (29.). "Wir wussten um die langsamere Rückwärtsbewegung des Gegners", meinte Burger später, dessen Antrittsschnelligkeit "über die erste und zweite Welle" dabei erst richtig zur Geltung kam. "Wir sind dann in jede Lücke reingestoßen."

Die HSG wuchs mehr und mehr an ihrer ambitionierten Aufgabe. Katapultartig stürmte sie aus derKabine. So, als wollte sie alles niederrennen,
und legte von 12:10 auf 14:10 nach. Hier hätte sie eine Vorentscheidung herbeiführen können, ja müssen. Zweimal frei vordem Gäste-Keeper versagten im Flow die Nerven. Und statt 16:10 hieß es auf einmal 15:14 (38.). Ernüchterung! Die erfahrenen Gäste aus dem Tauberland waren sogar drauf und dran, den Ausgleich zu erzielen – dank David Winheim, der es, wie Burger, auf achtTore brachte. Das 15:15 blieb ihnen aber versagt – auch, weil sich just in dieser Phase zwei ihrer Galionsfiguren, Nedim Jasarevic und Tim Ehrlinger, gleichzeitig Zwei-MinutenStrafen einhandelten. Ein gefundenes Fressen für diese erfolgshungrige und hoch motivierte HSG, die ihren Vorsprung gleich wieder auf drei Tore ausbaute.

Nur einmal, beim 18:16 (50.), sah der Bayernliga-Absteiger noch einmal etwas Licht am Horizont. Gestützt auf eine weiter offensiv zu Werke gehende Abwehr um einen bärenstarken Miroslav Broško im Tor, kombinierte die ohne den erkrankten Erik Hammer angetretene HSG aber nun flüssig und zielstrebig. Und spätestens, als Philipp Mocker per Siebenmeter und Konstantin Burger innerhalb einer Minute gegen einen das Risiko deutlich erhöhenden Gegner auf 22:17 (55.) gestellt hatten, war die Messe gelesen.

"Wir haben es einfach nicht mehr geschafft, das Spiel enger werden zu lassen", bedauerte Gäste-Coach Becker.Und was war anders als bei den beidenSiegen zuvor? "Der Gegner war besser!", kam es wie aus der Pistole geschossen. Kollege Haber grämte unterdessen noch intensiver die Niederlage aus der Vorwoche in Mainburg: "Die war unnötig wie ein Kropf...".

Quelle: Frankenpost Ausgabe Fichtelgebirge, Sport aus der Region, Bericht und Foto: Perzl
Markus Tröger setzt Daniel Fronk in Szene, die Rothenburger David Winheim (links) und Thomas Krauter können das Anspiel nicht verhindern.

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