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Herren I: HSG 2020 Fichtelgebirge – MTV Stadeln 26:34

Wer einen Anspruch erhebt, zu den stärksten Teams der Liga zu zählen, der darf in eigener Halle nicht so auftreten, wie es die HSG-Herren gegen Stadeln gezeigt haben. Gut, es gibt Tage, da wäre man lieber im Bett geblieben, aber einen Gegner vielleicht zu unterschätzen, dieser Schuss geht meistens nach hinten los.

HSG-Fichtelgebirge: Broško, Gruber, Rohr - Burger (3), Bralic (2), Berger (1), Flasche (3), Wippenbeck (6), Hammer (6), Schlitter, Mocker (2), Koristka, S. Tröger, Birner (3)
Zuschauer: 150
Schiedsrichter: Frisch/Nagel (SV Puschendorf)
Strafzeiten: HSG 4, MTV 3
Spielfilm: 1:6, 3:7, 4:8, 5:10, 6:11, 8:15, 10:15 (HZ), 12:15, 13:17, 16:18, 19:21, 20:22, 21:26, 22:29, 24:32, 26:34

Die HSG ging durch Johannes Wippenbeck in Führung und hatte sogar das 2:1 in der Hand. Aber der Ball wollte einfach nicht ins MTV-Tor. Binnen vier Sekunden schafften es Konstantin Burger und Wippenbeck nicht, die Lederkugel in die Maschen zu setzten, sondern scheiterten dreimal freistehend am Gebälk des Gästetores. "Ich glaub des wird heit nix", war von der Tribüne zu hören. Dass der Fan damit Recht behalten sollte, glaubte zu diesem Zeitpunkt niemand.

In den Anfangsminuten wusste die HSG überhaupt nicht, wie ihr geschah. Schnelle, druckvolle und erfolgreiche Torwürfe des MTV standen schlechte Abschlüsse der HSG und ein gut reagierender Gästekeeper Toprak gegenüber. Ehe sich der Gastgeber versah führte Stadeln mit 6:1. HSG-Coach Vladimir Haber holte seine Jungs mit einer Auszeit vom Feld. Aber viel sollte sich nicht ändern. Geistig frisch und schnell auf den Beinen, blieb Stadeln am Drücker und führte nach 17 Minuten mit 10:5. Egal was die HSG versuchte, Wurfpech kam hinzu, Stadeln hatte stets die bessere Antwort und baute die Führung auf 15:8 aus. Der Kampfgeist der Hausherren war nicht zu übersehen, aber das Zepter auf dem Feld schwangen die Mittelfranken, die mit einer 15:10-Führung in die Pause gingen.

Alles noch machbar, so lautete der Tenor bei der HSG, die zu Beginn des zweiten Spielabschnitts ein anderes Gesicht an den Tag legte. In der Abwehr besser organisiert und im Abschluss treffsicherer, kämpften sich die Fichtelgebirgler bis zur 37. Minute durch Tore von Daniel Bralic, Wippenbeck und Erik Hammer auf 14:16 heran. Ab diesem Zeitpunkt wogte die Partie hin und her. Während Stadeln mit seinen schnellen Leuten die Führung behalten wollte, suchte die HSG die Lücke zum Anschlusstreffer. In dieser Phase war unverkennbar, dass die HSG einen Zdeněk Danielka (Ellenbogenverletzung) gut gebrauchen hätte können. Beim Stande von 20:22 (44. Minute) musste die HSG eine Zwei-Minuten-Strafe hinnehmen, die dem MTV in die Karten spielte. Die Überzahl nutzten Nieschler, Schüller und Bauernschmidt, um die Gästeführung entscheidend auf 25:20 auszubauen, während Hammer auf HSG-Seite vom Siebenmeterpunkt scheiterte. HSG-Chancen waren vorhanden, die Verwertung schlecht. Im Gegenzug klingelte es nun im Minutentakt im Gehäuse der Hausherren, deren Abwehrarbeit immer statischer wurde.

Am Ende ein hochverdienter Sieg des spielstarken MTV Stadeln gegen eine HSG, die an diesem Tag unter ihren Möglichkeiten blieb.

Bericht: Walter Lenhard

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