Herren II: Großer Kampf bleibt unbelohnt

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Die HSG 2020 Fichtelgebirge II reist mit einem Rumpfkader zum Handball-Bezirksoberligaspiel nach Münchberg. Die junge Truppe schlägt sich bei der 21:22-Niederlage sehr wacker.

Mit vier Verletzten und etlichen Kranken oder anderweitig Verhinderten fehlten der HSG 2020 Fichtelgebirge II im Vergleich zum letzten Spiel sieben Spieler. Insgesamt musste Trainer Patric John im Derby bei der SG Helmbrechts/Münchberg II auf sage und schreibe zwölf Akteure verzichten. Da half nur noch ein ausgeprägtes Improvisationstalent. Umso achtbarer war am Ende die knappe und unglückliche 21:22 (10:11)-Niederlage.

HSG 2020 Fichtelgebirge II:  John – Geuß (1), Zißler (9), Gruber (1), Purucker (3), Schlitter (4), S. Nürmberger (2), M. Nürmberger, Wunderlich (1), Reichel
SG Helmbrechts/Münchberg II: Biller, Cenk Uzun – J. Merz, Opel (2), Rittweg (2), Szwarc (1), Leupold (4/1), Stefan Roßner (3), Köhler (1), Baumgärtel, Breuherr (4), Schrepfer (3), Schneider (2)
Schiedsrichter: Balzer/Schreiner (leiteten für diese Partie schon fast zu konsequent)
Zuschauer: 120
Zeitstrafen: je 3
Disqualifikation: Purucker (HSG, 57. Minute, grobes Foul)
Spielfilm: 3:3, 4:6, 8:8, 10:11 (Halbzeit), 14:16, 18:16, 20:21, 22:21

Die Erwartungen der HSG II waren wegen der vielen Ausfälle vor dem Spiel überschaubar. Was die Truppe dann aber in der Münchberger Gymnasiumshalle auf das Parkett brachte, ließ den Großteil der Zuschauer etwas ungläubig die Augen reiben. Nicht etwa die breit aufgestellten Hausherren übernahmen das Zepter, sondern die Gäste gingen direkt in Führung. Einzig Daniel Schrepfer stellte die HSGler zu Beginn vor große Probleme, doch eine etwas offensivere Abwehrausrichtung war die Lösung. Und so lagen die Gäste dank einfacher Mittel, klugen Tempoverschleppungen und dem überragenden Johann Zißler, der am Ende neun blitzsaubere Feldtore beisteuerte, fast ausnahmslos den gesamten Spielabschnitt in Front. Einzig die häufig vermeidbaren technischen Fehler verhinderten eine höhere Führung.

21 10 26 PatricJohnSieg zum Greifen nahe

Wer dann meinte, dass die Gäste doch in der zweiten Halbzeit endlich nachlassen müssten, sah sich weiterhin getäuscht. So langsam wuchs bei der HSG der Glaube daran, trotz aller Umstände das Spiel gewinnen zu können. Defensiv stabil, einfache Basics im Angriff und dazu jede Menge Entschlossenheit und Kampfgeist gipfelten im 14:16 durch Rückkehrer Steve Nürmberger nach 45 Minuten. Nun wechselte sich Spielertrainer Leupold bei den Gastgebern selbst ein und ließ den 18-Jährigen Zißler in Manndeckung nehmen. Diese Anpassungen starteten einen 4:0-Lauf der Frankenwäldler, doch auch davon ließen sich die HSGler nicht unterkriegen. Nun war es Max Schlitter, der sein Herz in die Hand nahm und sein Team zurück ins Spiel brachte.

Fünf Minuten vor dem Ende war bei eigener 21:20-Führung für die HSG II der Derbysieg zum Greifen nah. Doch die Hausherren hatten mit Routinier Leupold den entscheidenden Spieler, einiges an Glück und knappe Schiedsrichterentscheidungen auf ihrer Seite, und holten extrem glücklich doch noch den Sieg.

Für Gäste-Coach John gab es trotz der dritten Niederlage im dritten Spiel deutlich mehr Positives als Negatives. Mit einem Hauch mehr Fortune wäre selbst ein Sieg in Reichweite gewesen. Die Leistung macht aber definitiv Lust auf mehr.

Quelle: Frankenpost Ausgabe Fichtelgebirge vom 26.10.2021, Sport aus der Region, Foto: Michel Ott

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